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13.12.2011
Oberstufe in Marienhafe schulpolitischer Unsinn!
Pressemitteilung
 
„Wer für seine Kinder eine qualifizierte Oberstufe möchte, kann sich niemals für eine Oberstufe an der IGS in Marienhafe aussprechen.“ so der Fraktionsvorsitzende der CDU im Auricher Kreistag. Wer sich von den örtlichen Kommunalpolitikern für eine Oberstufe an der IGS in Marienhafe habe sich ganz offensichtlich noch nie ernsthaft mit den Anforderungen an eine qualifizierte Oberstufe, nicht mit den dafür erforderlichen Voraussetzungen und ebenfalls nicht wirklich mit den vorhandenen Gegebenheiten im Landkreis Aurich befasst. Nur Kirchturmpolitiker würden eine solche Forderung stellen und damit das Wohl unserer Kinder und deren qualifizierte Schulbildung populistischen Forderungen nach einer Oberstufe vor Ort unterordnen.
Die interfraktionelle Arbeitsgruppe des Kreistages hat in ihrer ersten Zusammenkunft jedenfalls für zukünftige Standortentscheidungen der Qualität des Bildungsangebotes für unsere Schüler die eindeutig höchste Priorität und den Vorzug vor Ortsnähe eingeräumt. Nur bei Grundschulen hat die Ortsnähe eine ähnlich wichtige Bedeutung (kurze Wege für kurze Beine!), Schülern ab 16 kann man durchaus eine längere Fahrzeit von 15 Minuten zu einer leistungsfähigen Schule in Norden zumuten, müssen doch gleichaltrige Jugendliche zu ihren Ausbildungsplätzen zum Teil deutlich längere Wege in Kauf nehmen.
Es gibt zwischen den Oberstufen eines Gymnasiums, einer BBS oder einer IGS inhaltlich überhaupt keine Unterschiede, weswegen man mit einer Oberstufe an der IGS in Marienhafe auch nichts Besonderes bieten würde. Sie würde, wenn sie denn wirklich gegen jede Vernunft und ohne Rücksicht auf die bestmögliche Bildung für unsere Kinder installiert würde, nur sehr klein sein können und in ihrem Angebot und damit in der Qualität gegenüber den heutigen Oberstufen in Norden und Aurich schon alleine wegen der zu geringen Schülerzahlen sehr stark abfallen müssen und damit keine Existenzberechtigung haben. Das Angebot in Norden – Gymnasium und BBS – bietet heute insgesamt 6 Unterrichtsprofile. Für sinnvolle und wünschenswerte vier Profile braucht man schon 12o Schüler. Woher sollen ähnliche Schülerzahlen in Marienhafe wohl erreicht werden? Jede neue Oberstufe im Landkreis Aurich würde durch Entzug von Schülern die Qualität der bestehenden gefährden und herabsetzen, ohne dass sie selbst etwas Neues oder auch nur ein annähernd vergleichbar gutes Angebot machen kann.
(Im Übrigen ist der einzige Unterschied zwischen der einer IGS-Oberstufe und der eines Gymnasiums kein inhaltlicher, sondern nur der, dass Schüler einer IGS das Abitur vorläufig noch erst nach 13 Jahren machen statt nach 12 Jahren. Die Schüler einer IGS können nach Abschluss des Sek I-Bereiches auch zum Gymnasium oder zur BBS wechseln und dort dann ebenfalls nach insgesamt 13 Jahren ihr Abitur machen. )
Niemand wird ernsthaft annehmen können, dass Schüler aus Norden, Hage oder Großheide eine solche unattraktive Oberstufe in Marienhafe besuchen würden, wenn es in Norden bessere Angebote gibt. Von Südbrookmerland sind schon überhaupt keine Schüler zu erwarten, allenfalls aus dem Grenzbereich Engerhafe/Oldeborg. Schließlich haben die Schüler aus SBL auch hier die große Auswahl zwischen leistungsfähigen Oberstufen am Gymnasium, der BBS und an der IGS.
Und feste Einzugsgebiete, mit denen man die Schülerströme steuern könnte, zum Beispiel auch nach Marienhafe, gibt es für die Oberstufen nicht.
Räume für eine IGS-Oberstufe in Marienhafe zu schaffen, hieße nur Geld verbrennen. Die Attraktivität des Sek I – Bereiches in Marienhafe mit einer IGS-Oberstufe erhöhen zu wollen, erscheint dabei mehr als realitätsfremd.
 
 
Münkeboe, den 10. Dez. 2011-12-10
Hilko Gerdes