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13.10.2014, 19:24 Uhr | Hilko Gerdes
Konsequenzen aus dem Schulgutachten
Die CDU-Kreistagsfraktion beschäftigte sich in einer Sondersitzung sehr intensiv mit dem Gutachten zur Schulsituation im Landkreis Aurich und den sich daraus abzuleitenden Konsequenzen für die erforderlichen weiteren schulpolitischen Entscheidungen in unserer Region.
Die Fraktionsmitglieder waren sich ohne Ausnahme darin einig, dass bei allen schulpolitischen Entscheidungen die Vielfalt der Schulangebote nicht angetastet werden darf und immer und ohne Einschränkungen dem bestmöglichen Bildungsangebot für unsere Kinder die eindeutige Priorität einzuräumen ist. Hinter dieses Kriterium muss im Zweifelsfall auch der nachvollziehbare Wunsch nach einer möglichst wohnortnahen Schule zurücktreten. Daraus leitet die Fraktion auch ihre Vorstellung ab, dass als untere Grenze für die Größe von Grundschulen eine Schülerzahl von langfristig wenigstens 100 gelten sollte, so dass durchgängig wenigstens die volle Einzügigkeit als gesichert gelten kann. Bei geringeren Schülerzahlen besteht die relativ große Gefahr, dass die betreffenden Schulen bei der Lehrerversorgung größere Nachteile haben werden und den Schülern kein qualifizierter Unterricht mehr erteilt werden kann. Darum fordert die CDU-Fraktion die Kommunalpolitiker der zukünftig von zu kleinen Schulen betroffenen Städte und Gemeinden auf, Konsequenz zu zeigen und möglichen Elternprotesten bei bildungspolitisch begründeten und erforderlichen Schließungen mutig mit intensiven und vielfachen Informationen zu begegnen, damit sie dann rechtzeitig die notwendigen, oftmals ungeliebte Zusammenlegung von Grundschulen beschließen und damit dem alles überragenden bildungspolitischen Anspruch unserer Kinder gerecht werden können. Dort, wo die Räume und Entfernungen es zulassen, sollte nach Möglichkeit sogar die Zwei- oder Mehrzügigkeit angestrebt werden, weil damit die Voraussetzungen für größere Bildungsangebote noch deutlich verbessert werden. Auch im Sek I – Bereich wird es schon in absehbarer Zeit zu gravierenden Veränderungen kommen müssen. Großheide und Dornum sollten sich schon möglichst bald über gemeinsame Lösungen unterhalten, unter Umständen unter Beteiligung von Hage oder auch Gemeinden im Nachbarkreis Wittmund. Norden und Hage werden ihre aus der abnehmenden Schülerzahl sich ergebenden Probleme relativ einvernehmlich lösen können. Wenn Ihlow seinen Schulstandort langfristig sichern will, kann sich dafür unter Umständen die Umwandlung der KGS in eine IGS mit festem Einzugsbereich als Lösung anbieten. Diese würde dann allerdings zu Lasten der IGS Aurich-West gehen. Für nicht wahrscheinlich hält die CDU-Fraktion für Großefehn eine gleichgerichtete Entscheidung, da es damit die Schüler aus den auch nach Aurich tendierenden Ortsteilen Holtrop und Akelsbarg den Besuch der IGS Aurich-Ost verwehren würde. Für Großefehn und Wiesmoor bietet sich im Übrigen eine engere schulpolitische Zusammenarbeit geradezu an. Wiesmoor sollte mit den Nachbarkreisen Wittmund und Leer Absprachen anstreben, die es langfristig sicherstellen, dass Schüler aus den benachbarten Kommunen auch längerfristig die Schule in Wiesmoor besuchen werden. Für die Gemeinden Brookmerland und Südbrookmerland drängt sich eine größere gemeinsame IGS förmlich auf, allerdings mit eindeutigem Schwerpunkt in der Gemeinde Südbrookmerland, der Gemeinde mit den mit Abstand größten Schülerzahlen. Die dafür sinnvolle Festlegung eines Schuleinzugsgebietes Südbrookmerland würde allerdings wegen dann aus Moordorf wegfallender Schüler auch Konsequenzen für die IGS-Aurich-West haben. Wenn es zu einer IGS Ihlow und einer IGS SBL/Brookmerland mit entsprechenden Einzugsgebieten kommen sollte, müsste sich auch schon deswegen dann die Stadt Aurich wegen der dann etwa 80 fehlenden Schüler/Jahrgang notgedrungen schulpolitisch ganz neu aufstellen. Bei der Frage nach zusätzlichen Oberstufen im Landkreis Aurich war sich die CDU-Fraktion darin einig, dass die Zahl der Oberstufen ausreichend ist. An der Qualität der Oberstufen an unseren Gymnasien , Berufsbildenden Schulen und Integrierten Schulen kann es keinen Zweifel geben. Mit jeder zusätzlichen Oberstufe werden die Schülerzahlen an den bisherigen Oberstufen reduziert und wird dort dadurch die Vielfalt und Qualität der Bildungsangebote abnehmen müssen. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass die Zahl der Oberstufenschüler, die das Abitur anstreben, durch zusätzliche Oberstufen steigen wird, zumal das Angebot der heutigen Oberstufen heute sehr gut ist und die relativ kurzen Wege zu diesen Schulen kein Hindernis darstellen. Auf gar keinen Fall dürfen bei den Oberstufen in Norden die dringend erforderlichen Schülerzahlen reduziert werden, weil das deren Existenz, auf jeden Fall deren Angebotsvielfalt deutlich gefährden würde. Somit schließt sich schon aus diesen Gründen eine weitere Oberstufe in Marienhafe aus. Ob in Pewsum eine weitere Oberstufe eingerichtet werden kann und soll, hängt ausschließlich davon ab, ob es dafür einen nachhaltigen Schulverbund mit der Stadt Emden geben wird. Mit Schülern für die Oberstufe aus den übrigen Kommunen des Landkreises kann die IGS Pewsum jedenfalls nicht rechnen, und die Schüler aus dem eigenen Bereich dafür bei weitem nicht aus. Von der Klausurtagung auf Norderney erhofft sich die CDU-Fraktion eine offene und objektive Diskussion, obwohl der eigentlich zu große Kreis der Teilnehmer ein eindeutiges Tagungsergebnis kaum erwarten lässt, auf jeden Fall schwierig macht. Natürlich werden die Vertreter der CDU versuchen, die übrigen Teilnehmer von den oben beschriebenen Vorstellungen zu überzeugen.

Aurich, den 10.Oktober 2014
Hilko Gerdes, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion