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01.11.2013, 12:03 Uhr
Krankenhauskooperation Landkreis Aurich/ Stadt Emden
Die CDU-Kreistagsfraktion fordert seit Jahren immer wieder ostfriesische Lösungen in den äußerst kritischen Krankenhausbereichen, leider bisher  ohne jeden Erfolg. Dabei muss allen Politikern in Ostfriesland klar sein, dass alle unsere zu kleinen Krankenhäuser weder die optimale medizinische Versorgung für unsere Bevölkerung sicherstellen, noch auch nur annähernd rentabel arbeiten können.

Aktuell war es nun völlig überraschend, aber umso erfreulicher, dass die Politiker in Emden unter Führung ihres Oberbürgermeisters Bornemann dem Landkreis Aurich eine enge Kooperation im Krankenhausbereich  angeboten haben. Vorausgegangen war diesem bedeutenden Schritt ein Workshop des Aufsichtsrates der Emder Klinik, an dessen Ende sich im Ergebnis offensichtlich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass die ebenfalls verlustreiche Klinik in Emden sehr, sehr große Investitionen in ihren Altbau tätigen muss, um den zukünftigen Ansprüchen an die notwendige bessere medizinische Versorgung auch nur einigermaßen genügen zu können, und dass das von Emden alleine, wenn überhaupt, wohl nur sehr schwer zu bewältigen sein würde.
Den Emdern ist natürlich nicht verborgen geblieben, dass auch die UEK des Landkreises Aurich mit erheblichen Verlusten arbeitet und auch dort sehr bald notwendige Investitionen in beträchtlicher Größenordnung anstehen.
Insofern war es für die Stadt Emden durchaus folgerichtig, über ihren Schatten zu springen und sich über eine Kooperation mit dem Landkreis Aurich ernsthafte  Gedanken und den Aurichern ein diesbezügliches Gesprächsangebot zu machen.
Genauso logisch und sinnvoll war es aus  Auricher Sicht, dieses sehr überraschende und erfreuliche Angebot der Emder mit entsprechend großer Spannung und Erwartung anzunehmen. Dieses Gespräch mit den Geschäftsführungen und Betriebsratsvorsitzenden der Kliniken, dem OB der Stadt Emden, dem Landrat des LK Aurich und allen Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates und des Kreistages hat mit sehr kurzfristiger Einladungsfrist am Dienstag letzter Woche in großer Offenheit, gegenseitigem Vertrauen und äußerst angenehmer Atmosphäre stattgefunden und damit auch bei den Auricher Vertretern große  Hoffnungen auf zukunftsweisende gemeinsame Krankenhauslösungen ausgelöst.
Eine insbesondere von der Emder Seite ins Gespräch gebrachte und von diesen favorisierte Lösung war der Neubau einer großen gemeinsamen Klinik in Georgsheil, dem Verkehrsknotenpunkt zwischen Aurich, Norden und Emden.
Als Vertreter der Auricher  CDU-Kreistagsfraktion hat ihr Vorsitzender Hilko Gerdes in diesem Gespräch gefordert, nicht nur die Machbarkeit des Neubaues einer gemeinsamen Klinik in Georgsheil, sondern  auch alle anderen möglichen Alternativen einer engen Kooperation zwischen den Kliniken in Aurich und Emden zu prüfen. Schließlich könnte auch eine echte Arbeitsteilung zwischen den Kliniken unter einem gemeinsamen Verwaltungsdach nennenswerte Fortschritte bezüglich einer besseren medizinischen Versorgung, aber auch eine bessere Rentabilität möglich machen.
Bei den Rechnungen zu den alternativen Lösungsmöglichkeiten ist sicher auch zu bedenken, dass die Aufgabe wesentlicher Teile der heutigen Klinikräume sehr hohe Abschreibungen und dadurch begründete Verluste für Emden wie auch für Aurich nach sich ziehen würden.
Dass bei einem eventuellen Neubau an zentraler Stelle die Notfallversorgung und Notaufnahmen in Aurich, Norden und Emden durch entsprechende Organisation allerhöchsten Ansprüchen genügen müssen, ist nicht nur für uns unabdingbar und selbstverständlich.
Der Neubau einer großen gemeinsamen Klinik ist nach Auffassung der CDU-Kreistagsfraktion nur dann zu rechtfertigen, wenn er sich nach Prüfung aller Alternativen tatsächlich als diejenige Alternative herausstellt, mit der die bestmögliche medizinische Versorgung  unserer Bevölkerung und zusätzlich auch noch eine deutlich verbesserte Ergebnissituation erreicht werden kann.
Wenn das belastbare Ergebnis der intensiven Prüfung diese Schlüsse tatsächlich zulässt, sollte ein Neubau allerdings auch möglichst schnell beschlossen und in Angriff genommen werden. Insofern drängen auch die Prüfung und die aus deren Ergebnis abzuleitenden Entscheidungen sehr, weil sonst die große Gefahr besteht, dass der heutige unbefriedigende Zustand der Kliniken zu Lasten unserer Patienten noch lange, zu lange festgeschrieben, also schlimmer Stillstand vorprogrammiert wird.
Insofern werden auch die Stadt Emden und der Landkreis Aurich von der CDU-Fraktion aufgefordert, sehr schnell in Hannover verbindlich abzuklären, in welcher Größenordnung wir vom Land Niedersachsen in welchem Zeitraum mit den für einen eventuellen Neubau erforderlichen unverzichtbaren finanziellen Hilfen des Landes rechnen können. Schließlich ist in unserer aktuellen Krankenhaussituation nichts schlimmer als ein längerer Schwebezustand mit vielen Unsicherheiten für alle Beteiligten.


Aurich, den 25.10.2013

Hilko Gerdes, Vors. der CDU-Kreistagsfraktion