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23.03.2013, 15:14 Uhr
Das Thema Kreisvolkshochschulen ist nicht vom Tisch
Die CDU-Fraktion hatte bereits Mitte Januar den Antrag gestellt, die Kreisvolkshochschulen in Norden und Aurich zusammenzulegen. Leider kann sie bis zum heutigen Tage nicht feststellen, dass man im Landkreis Aurich bereit ist, sich mit diesem wichtigen Thema ernsthaft auseinanderzusetzen. Das ist umso unverständlicher, als beide Kreisvolkshochschulen zusammen – Verluste und Zuschüsse durch den Landkreis zusammengenommen - ein Fehl von 500.000 €/anno aufweisen und nicht nur unter dem Gesichtspunkt der finanziellen Misere unseres Landkreises alleine diese riesige Summe ausreichend Gründe dafür liefern sollte, die Strukturen unserer Kreisvolkshochschulen ohne Tabus auf den Prüfstand zu stellen. Stattdessen versteckt man sich wie seit Jahren hinter den gleichen Ausreden und Schutzbehauptungen: Die Volkshochschulen würden hervorragende Arbeit leisten, die bei einer Zusammenlegung gefährdet würde; sie seien zu unterschiedlich, als dass eine Zusammenführung etwas bringen könnte; andere Kreisvolkshochschulen würden mit noch größeren Defiziten arbeiten; man träfe sich schon heute häufiger zum Erfahrungsaustausch und hätte die Absicht, die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren. Alles Einwände, die seit vielen Jahren immer wieder wiederholt werden, ohne dass man bereit ist, sich mit möglichen Alternativen wirklich zu beschäftigen.
Ganz schlimm sind zum Teil die Aussagen der Geschäftsführung zur finanziellen Situation und Entwicklung ihrer Einrichtungen. So trifft der stellvertretende Geschäftsführer der KVHS Aurich die Aussage, 200.000 € jährliches Defizit würden den Bestand der KVHS nicht gefährden, man sei ja mit ausreichend hohem Eigenkapital ausgestattet. Abgesehen davon, dass man dieses Eigenkapital in der Bilanz alleine in den letzten drei Jahren durch die Verluste schon in der Größenordnung von etwa einer halben Million angegriffen und reduziert hat, ist das bilanzielle Eigenkapital in den unverkäuflichen Gebäuden der KVHS angelegt und steht nicht zur Deckung von laufenden Ausgaben als Geldsumme zur Verfügung, sondern kann allenfalls als Sicherheit für zusätzliche Kredite zum Verlustausgleich dienen.
Völlig unverantwortlich sind die falschen und durch nichts zu belegenden Aussagen der Geschäftsführungen der KVHS gegenüber den Kreistagsabgeordneten in den Gesellschafterversammlungen und den Betriebsausschüssen , dass man bei einer Zusammenlegung der Volkshochschulen bis zu 330.000 € Landesförderung jährlich für die Jugendwerkstätten verlieren würde. Sogar Jochen Beekhuis als Fraktionsvorsitzender der SPD im Auricher Kreistag ist diesem unwahren Scheinargument aufgesessen, weil er es ungeprüft übernommen hat, und begründet damit in einer öffentlichen Erklärung sehr populistisch seine Ablehnung des CDU- Antrages. Dabei ist es unbestritten,
 
dass ganz sicher viele Förderprogramme von der neuen Landesregierung überprüft werden und man sich schon ernsthaft fragen muss, ob man mit den bisherigen Förderungen in gleicher Höhe auch in Zukunft rechnen kann. Auch andere von den Kreisvolkshochschulen bisher für bestimmte Projekte eingeworbene Einnahmen können für die Zukunft keineswegs als sicher eingeplant werden.
Aber gerade all das macht es unabdingbar, über Möglichkeiten nachzudenken, wie man abbrechenden Einahmen zukünftig begegnen will, wenn man die Kreisvolkshochschulen nicht insgesamt gefährden will. Wir haben nach den ersten Reaktionen auf unseren Antrag sehr starke Zweifel, ob die Kreisvolkshochschulen selbst ohne Beratung von Dritten in der Lage sein werden, ihre Strukturen objektiv zu überprüfen und zu verändern. Die CDU möchte auf jeden Fall verhindern, dass wir wie bei der UEK viel zu spät erkennbaren Entwicklungen gegensteuern oder uns zu spät darauf einstellen. Das würde nicht nur den Haushalt des Landkreises unvertretbar hoch belasten, sondern auch für die Mitarbeiter in den Volkshochschulen selbst dann zu besonders harten Belastungen führen, die schlimmer sein werden als die bei rechtzeitiger Anpassung.
Weil auch Reaktionen in der Öffentlichkeit vermuten lassen, dass unser Anliegen offensichtlich nicht richtig verstanden worden ist oder auch einige Politiker und/oder auch Mitarbeiter in den Volkshochschulen es nicht richtig verstehen wollen, weil jede Änderung oftmals oder sogar meistens immer zuerst abgelehnt wird, möchten wir auch an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich unterstreichen,
dass wir die hervorragende Arbeit der Mitarbeiter in unseren Volkshochschulen sehr schätzen
und dass wir zu keinem Zeitpunkt auch nur darüber nachgedacht haben, einen der beiden Standorte in Aurich oder Norden zu streichen.
 
 
Aurich/Norden, den 22.03.2013
 
 
Hilko Gerdes                                                  Sven Behrens
Vorsitzender                                                   Vorsitzender
der CDU-Kreistagsfraktion                          des CDU Kreisverbandes Aurich