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11.01.2013, 19:06 Uhr
Kreisvolkshochschulen Norden und Aurich
Sehr geehrter Herr Landrat Weber,
 
die CDU-Fraktion im Kreistag Aurich beantragt, die Kreisvolkshochschulen Norden und Aurich zum nächstmöglichen Zeitpunkt zusammenzulegen bzw. zu fusionieren und bittet darum, diesen Antrag möglichst umgehend in Sondersitzungen der Ausschüsse der Kreisvolkshochschulen zu behandeln.
 
 Begründung:
Auch wenn die beiden Kreisvolkshochschulen im Landkreis hervorragende Arbeit zum Wohle unserer Bevölkerung geleistet haben und noch leisten, müssen beide schon heute und in Zukunft noch stärker mit rückläufigen Einnahmen rechnen, weil die Nachfrage nach den von ihnen angebotenen Leistungen aus unterschiedlichsten Gründen rückläufig ist. So entfällt im Bereich Aurich die Bundeswehr als bisheriger starker Auftraggeber, und die erfreulicherweise niedrigeren Arbeitslosenzahlen schränken ebenfalls das Betätigungsvolumen der Volkshochschulen deutlich ein. Im Übrigen wird es immer schwieriger, öffentliche Mittel für Aufgaben der Kreisvolkshochschulen einzuwerben. Aus den genannten Gründen werden beide Volkshochschulen ihre Bilanzen nicht mehr aus eigener Kraft ausgleichen können. Der Haushalt des Landkreises andererseits lässt eine dauerhafte Subventionierung nicht zu. Aus diesem Grunde sind schnelle konsequente Entscheidungen erforderlich, die der negativen Ergebnisentwicklung im Bereich unserer Kreisvolkshochschulen vorbeugen können. Wir halten die Zusammenlegung unserer beiden Volkshochschulen nicht nur für sinnvoll, sondern für eine unbedingt notwendige Maßnahme, um das erklärte Ziel einer nachhaltigen finanziellen Gesundung erreichen zu können. Nur solange nicht eine der beiden Volkshochschulen schon tief rote Zahlen schreibt, wird man zu einer Gesamtkonstruktion und  Aufgabenverteilung kommen können, in der sich beide bisherigen Einrichtungen mit ihren besonderen Leistungen und speziellen Vorzügen gleichberechtigt wiederfinden. Darüber hinaus wird auch nur eine finanziell gesunde  Kreisvolkshochschule die für unsere Bevölkerung notwendigen Aufgaben qualifiziert wahrnehmen können. Ein bekanntes Beispiel aus dem Landkreis Aurich zeigt sehr deutlich auf, dass es sehr teuer werden kann, wenn man nicht rechtzeitig die notwendigen Weichen stellt und Entscheidungen trifft.
 
Die Überlegungen zur Zusammenlegung der Kreisvolkshochschulen gewinnen auch schon deswegen zusätzlich an Aktualität, weil es bisher nicht gelungen ist, für die Geschäftsführung der KVHS Aurich einen geeigneten Nachfolger für Herrn Dr. Lambrecht zu finden, und sich deswegen die Chance anbietet, die Verwaltungen beider Volkshochschulen unter dem jetzigen Geschäftsführer der KVHS Norden zusammenzuführen und damit sofort die Möglichkeit zu einer reibungslosen Zusammenführung und zu schnellen und nennenswerten Synergieeffekten zu eröffnen.
 
Die in der Vergangenheit von den Geschäftsführungen der Kreisvolkshochschulen, der Kreisspitze und Politikern oftmals vorgebrachten Argumente gegen eine Fusion der Kreiseinrichtungen, die Volkshochschulen des Landkreises seien zu unterschiedlich in ihren Programmen und würden sich in ihrer Arbeit zu sehr unterscheiden, als dass eine Zusammenlegung sinnvoll und effektiv sein könnte, gehen nach Meinung der CDU völlig ins Leere. Ganz sicher lassen sich bei einer Zusammenlegung erhebliche Verwaltungskosten von der Geschäftsführung bis zur Buchhaltung einsparen, und zum anderen gibt es überhaupt keine vernünftige Begründung dafür, weswegen der Bevölkerung im Norder Bereich durch die Norder KVHS andere Angebote unterbreitet werden sollen als im anderen Fall der Auricher Bevölkerung durch die Auricher KVHS. Wenn die Angebote der einen KVHS gut sind, dann gibt es schließlich keinen einzigen Grund, sie nicht dann auch allen Einwohnern des Landkreises anzubieten.
 
Hilko Gerdes                                                   Sven Behrens
Fraktionsvorsitzender                                    Fachpolitischer Sprecher