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07.09.2011, 08:53 Uhr
Antwort auf Leserbrief Kerstin Buss
Frau
Kerstin Buss
 
Raiffeisenweg 3
26629 Westgroßefehn                                                                        06.09.2011
  
Sehr geehrte Frau Buss,
 
ich möchte Ihnen mitteilen, dass Ihr Leserbrief in der örtlichen Presse mich sehr enttäuscht und auch verletzt hat. Der Inhalt hat mich in seiner ehrabschneidenden Art sehr verletzt, was   mich umso mehr verwundert, da Sie doch in einem Hause mit starker beruflicher Ausrichtung auf rechtspolitische Grundsätze leben. Sie fordern von anderen Lauterkeit in ihrem Tun, lassen das aber offensichtlich für sich selbst nicht gelten.
Ganz kurz zur Sache selbst: Aus dem engeren Freundeskreis von Rolf Trauernicht ist an mich die Bitte herangetragen worden, für ihn den Entwurf für einen beabsichtigten Leserbrief zu entwerfen. Das habe ich nach mehrfachem Bitten dann auch getan, was auch nichts Ungewöhnliches sein dürfte, denn auch Minister schreiben ihre Reden selten selbst und auch Wahlaufrufe für einen Kandidaten werden meistens von allen formuliert als von denen, die sie unterschreiben. Herr Trauernicht hat sich dann entschieden, diesen Entwurf, der ihm 12 Tage vorgelegen hat, nicht als seinen Leserbrief an die Presse weiterzugeben, war aber sehr wohl damit einverstanden, dass diese „seine“ Stellungnahme auf der Homepage der CDU veröffentlicht wird, was er per Mail sehr eindeutig befürwortet und genehmigt hat. Wo und wie sollte ich mich bei diesem Vorgehen mit fremden Federn geschmückt haben wollen ? Ich habe der entsprechenden Veröffentlichung auf der Homepage vorausgestellt, dass mein Freund Trauernicht diese Stellungnahme zur Landratswahl auf meinen Wunsch abgegeben habe, wie es Tullum gewünscht hatte.
Nachdem es den Ihnen bekannten Pressebericht in den OZ gegeben hat und Tullum sich offensichtlich drei Wochen nach der Veröffentlichung auf der Homepage in einem Telefongespräch mit dem Redakteur der OZ nicht mehr so genau an seine schriftlichen Aussagen erinnern konnte, haben wir die von Tullum sanktionierte Stellungnahme von der CDU-Homepage genommen, um nicht mit Tullum über seine schriftliche Zustimmung in der Öffentlichkeit streiten zu müssen. Schließlich wollten wir in diesem Fall lieber einen eigenen Schaden in Kauf nehmen als Tullum eventuell in Misskredit zu bringen.
Was, liebe Frau Buss, ist jetzt an den geschilderten Zusammenhängen unkorrekt, wo habe ich mich mit fremden Federn geschmückt, wo habe ich mich unlauter verhalten? Wie beurteilen Sie dagegen, dass Frau Gronewold in ihren Stellungnahmen immer wieder behauptet, die Fraktionen im Kreistag, wozu ja schließlich auch die sie unterstützenden Grünen und Freien Wähler gehören, hätten immer wieder mit der Landkreisspitze gekungelt und in der Regel unter Ausschluss der Öffentlichkeit Politik gemacht, ohne dafür trotz vielfacher Nachfragen auch nur den allerkleinsten Beweis oder Beleg beigebracht zu haben? So kann man doch wohl nicht die vernünftige Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen im Kreistag zum Wohle der Bürger beurteilen. Den Mut zur vernünftigen Zusammenarbeit nehme ich auch für die CDU/FDP-Gruppe im Kreistag, deren Vorsitzender ich sein darf, in Anspruch. Politischer Klamauk und Parteipolitik um der Parteipolitik wegen war nicht unser Ding, und darauf dürfen wir sogar stolz sein, meine ich, auch wenn Frau Gronewold das als Kungelei bezeichnet.
 
Ich hoffe, liebe Frau Buss, ich konnte die Dinge, die Sie in Ihrem Leserbrief zum Besten gegeben haben ein wenig gerade rücken. Vielleicht wäre es jetzt auch aus Ihrer heutigen Sicht besser gewesen, wenn Sie mich nicht angegriffen und diffamiert und besser geschwiegen  hätten.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Ihr
Hilko Gerdes