CDU Kreistagsfraktion Aurich
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22.06.2012, 09:26 Uhr
Antrag der CDU-Fraktion zur kommenden Kreistagssitzung
Antrag der CDU-Fraktion zur kommenden Kreistagssitzung
 
Sehr geehrter Herr Landrat Weber,
 
wir bitten Sie, nachstehenden Antrag der CDU-Kreistagsfraktion auf die Tagesordnung der kommenden Kreistagssitzung zu setzen.
 
„Der Kreistag beschließt, die Verwaltung zu beauftragen,
 
1. mit entsprechenden Untersuchungen, Überprüfungen und daraus folgenden Entscheidungen sicherzustellen,
dass Familien, die sich um die Pflege von einem oder mehreren Kindern bewerben, bei der Vergabe von Pflegestellen ausgeschlossen werden, wenn
nicht als sicher unterstellt werden kann, dass sie selbst keine Drogen nehmen oder keine Verbindungen zur Drogenszene haben,
 
2. bei der Betreuung von Kindern in Pflegestellen wenigstens einmal im Jahr auch unangemeldete Besuche durch Mitarbeiter(innen) des Jugendamtes durchzuführen zu lassen.“
 
Begründung:
In der Vergangenheit sind leider häufiger Fälle bekanntgeworden, in denen Pflegekinder von Pflegeeltern sehr schlecht behandelt oder sogar misshandelt worden sind, in Hamburg sogar mit Todesfolge. In verschiedenen Fällen ist die Begründung für diese traurigen Fälle in mangelhafter Kontrolle durch die zuständigen Jugendämter zu finden. Erfreulicherweise sind ähnliche Fälle im Landkreis Aurich noch nicht bekanntgeworden, hoffentlich auch nicht vorgekommen.
Die CDU – Fraktion hat weder Zweifel an der sachgerechten Arbeit unseres Jugendamtes, noch will sie auch nur eine einzige Pflegefamilie verdächtigen, dass sie ihre schwere Aufgabe mit der Betreuung eines Pflegekindes nicht mit der nötigen Verantwortung und Gewissenhaftigkeit wahrnimmt.
Die CDU – Fraktion möchte aber auch sicherstellen, dass im Landkreis Aurich auch bei uns theoretisch mögliche Verstöße gegen das Kindeswohl weitestgehend ausgeschlossen werden können.
Dazu beitragen kann ganz sicher die genaue Überprüfung von potentiellen Pflegeeltern auf ihre Affinität zu Drogen.
Dazu beitragen können sicher auch unangemeldete Besuche bei den Kindern in ihren Pflegefamilien.
Solche Besuche haben absolut nichts mit Schnüffelei oder unvertretbarem Misstrauen den Pflegeeltern gegenüber zu tun, ganz besonders dann nicht, wenn man schon rechtzeitig bei der Vereinbarung der Pflegschaften mit den Eltern vereinbart, dass solche unangemeldeten Besuche zum allgemeinen Konzept der Betreuung durch Mitarbeiter des Jugendamtes gehören. Die Erfahrung von uns allen in allen anderen Lebensbereichen belegt doch, dass auch wir selbst uns bei angemeldeten Besuchen fast immer nur von der vorteilhaftesten Seite zeigen und die Schwachstellen zu verbergen versuchen.
Wir sind ganz sicher, das diejenigen Pflegeeltern, die ihre Aufgaben verantwortungsvoll und gewissenhaft wahrnehmen, und das sind sicher die allermeisten, solche Besuche nicht falsch deuten und  sich nicht gegen solche unangemeldeten Besuche stellen, sondern es sogar begrüßen, wenn gerade auch bei unangemeldeten Besuchen ihre schwere Aufgabe und Arbeit mit manchmal eben auch schwer erziehbaren Kindern als gut und richtig erkannt und bestätigt wird.
Wir gehen im Übrigen davon aus, dass die Umsetzung der von uns beantragten Änderungen bei der Auswahl der Pflegeeltern wie auch bei der Betreuung der Kinder lediglich organisatorischer Anpassungen bedarf und keinen höheren personellen Aufwand und damit auch keine Personalkostenerhöhungen nach sich ziehen würde.
Wir bitten den Kreistag, im Interesse der Pflegekinder unserem Antrag wegen der dadurch erreichbaren größeren Sicherheit bei der Betreuung der Kinder zuzustimmen.
 
 
Hilko Gerdes, Fraktionsvorsitzender