CDU Kreistagsfraktion Aurich
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Archiv
16.05.2012, 09:26 Uhr
Gespräch des Kreiselternrates Aurich mit der CDU-Kreistagsfraktion

Der Schulelternrat des Landkreises Aurich hatte der CDU-Kreistagsfraktion ein Gespräch zu den Themen und Bildung angeboten, insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass zur Zeit in einer interfraktionellen Arbeitsgruppe ein Schulentwicklungsplan für den Landkreis Aurich erarbeitet werden soll. Der Vorsitzende hatte dieses Angebot sehr gerne angenommen und dafür zu einer Sonderfraktionssitzung mit dem Thema Schule und Bildung eingeladen.

 In einem sehr offenen und ausführlichen Gespräch mit Frau Hohagen, der Vorsitzenden des Kreiselternrates, und weiteren Vorstandsmitgliedern des Schulelternrates wurden alle wesentlichen Fragen zu aktuellen und zukünftigen Schulstrukturen im Landkreis angesprochen. Dabei waren sich alle Gesprächsteilnehmer darin einig, dass Vor- und Nachteile der alternativen Lösungsvorschläge und – überlegungen ergebnisoffen diskutiert werden sollten – soweit möglich ohne ideologische Vorgaben und festgelegte Meinungen, damit am Ende die richtigen Entscheidungen für die bestmöglichen Schulstrukturen in unserem Landkreis gefunden werden können.
So ist bei den rapide abnehmenden Schülerzahlen im Grundschulbereich schon sehr bald in einigen Gemeinden die Entscheidung zu treffen, ob man einzelne Grundschulstandorte schließen oder eine Lösung mit sogenannten ortsnahen Kombi-Klassen bevorzugen will. Dabei wurde in der Diskussion deutlich, dass bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen zwar auch in Kombi-Klassen durchaus die erforderlichen Bildungsinhalte vermittelt werden können, die relativ geringe Zahl an Grundschullehrern an einer solchen kleineren Schule jedoch erhebliche Probleme aufwerfen kann, wenn zum Beispiel durch Krankheitsfälle entsprechende Vertretungen zu organisieren sind. Unter Umständen kann man solchen Engpässen durch Grundschulstandorte übergreifende Lösungen begegnen. Auf jeden Fall sind größere Grundschulen nicht zuletzt wegen des größeren Lehrerkollegiums für neue und jüngere Grundschullehrer attraktiver.
Im Sek I – Bereich ist die Entscheidung zu treffen zwischen zwei- bis dreizügigen Oberschulen einerseits und mehrzügigen Haupt- und Realschulen oder Gesamtschulen andererseits.
Erstere würden dazu führen, dass die meisten Gemeinden im Landkreis ihre eigene Schule behalten können und sich damit die Gemeinden mit „ihrer“ Schule identifizieren können. Für diesen Fall erscheint auch die Übertragung der Schulträgerschaft auf den Landkreis wenig sinnvoll. Die unterschiedlichen Belastungen aus den Schulträgerschaften können dabei über den Schullastenausgleich geregelt werden.
Im zweiten Fall sind Gemeindegrenzen überschreitende Lösungen erforderlich, weil einzelne Gemeinden – bis auf die Städte Aurich und Norden wie auch Südbrookmerland – die dafür erforderlichen Schülerzahlen nicht mehr werden darstellen können. Wenn diese Schulen nicht mehr einer bestimmten Gemeinde zuzuordnen sind, kann auch die Übertragung der Schulträgerschaft auf den Landkreis sinnvoll sein.
Vor einer endgültigen Festlegung auf die eine oder andere Schulform muss in weiteren Erörterungen und Beratungen geklärt werden, ob und inwieweit die Frage der Zügigkeit einer Gemeindegrenzen überschreitenden Schule Auswirkungen auf die Qualität des Bildungsangebotes einer Schule hat, ob die möglichen Vorteile
eines in einer größeren Schule breiter gefächerten Angebotes die Vorteile einer ortsnahen und einer Gemeinde direkt zugeordneten zwei- oder dreizügigen Schule übertreffen. Die Diskussionen dazu sollten von schulpädagogischen Fachleuten beider Richtungen begleitet werden.
Da sich die in ihrer Ausprägung flexiblen Oberschulen in den schulpädagogischen Elementen nicht mehr wesentlich von den Gesamtschulen, auch nicht von den integrierten Gesamtschulen unterscheiden, sollte diese Diskussion ohne ideologische Scheuklappen geführt werden können.
Bei den Oberstufen wird man die für ein ausreichend gefächertes und qualifiziertes Angebot erforderliche Schülerzahl ermitteln müssen und bei gutem Willen und ausreichender Information und Beratung auch finden können. Daraus wird sich dann ergeben, ob wir nicht heute schon genug Oberstufen vorhalten, ob davon bei den für die Zukunft errechneten Schülerzahlen nicht schon heute ein Teil gefährdet ist oder ob die Einrichtung weitere Oberstufen wegen des errechneten Bedarfs sinnvoll erscheint. Zusätzliche Oberstufen im Landkreis Aurich bieten keineswegs automatisch größere Bildungsmöglichkeiten, im Gegenteil, eine zu große Zahl an dann kleineren Oberstufen verkleinert die Vielfalt an Bildungschancen, da bei zu geringen Schülerzahlen bestimmte Angebote wegen zu geringer Nachfrage wegfallen müssen.
Die CDU-Fraktion bittet den Kreiselternrat, sie bei ihrem Bemühen um eine ergebnisoffene Diskussion und Beratung im interfraktionellen Arbeitskreis zu unterstützen, da am Ende nur eine weitestgehend übereinstimmende Empfehlung dieses Arbeitskreises bei der Entwicklung und Umsetzung bildungspolitisch sinnvoller Schulstrukturen im Landkreis Aurich weiterhelfen kann.
 
Aurich, den 14.05.2012
 
Hilko Gerdes