CDU Kreistagsfraktion Aurich
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Archiv
02.05.2012, 19:24 Uhr
Stellungnahme zum Pressebericht
"Landkreis stärkt seine Pflegefamilien" vom 25.4. in den ON
 
„Mit wortreichen und ausschweifenden Ausführungen hat sich schon im Kreistag Herr Dr. Puchert vor der ordnungsgemäßen Beantwortung der Anfrage der CDU im Kreistag gedrückt“ so der Vorsitzende der CDU Kreistagsfraktion zu der Pressemittelung des zuständigen Dezernenten.
Die CDU Kreistagsfraktion hatte in ihrer Anfrage zur Kreistagssitzung gefragt, ob und wie der Landkreis sicherstellen würde und ausschließen könne, dass drogenabhängigen Personen die Pflege von Kindern übertragen werde und zweitens, ob und wie häufig unangemeldete Besuche bei den Pflegeeltern durchgeführt würden.
Beide Fragen hat Herr Dr. Puchert im Kreistag nicht direkt beantwortet, sondern stattdessen mit umfangreichen ausweichenden Erklärungsversuchen indirekt zugegeben, dass der Landkreis mit der Gesundheitsuntersuchung potentieller Pflegeeltern eben nicht wirklich ausschließen kann, dass auch Personen mit einer Drogenvergangenheit Pflegeeltern werden können, und auch unangemeldete Besuche in den Pflegefamilien nicht stattfinden.
Die CDU-Fraktion will nach veröffentlichten Vorfällen schlechter Unterbringung von Pflegekindern in ungeeigneten Familien, insbesondere nach dem traurigen Tod des Pflegekindes in einer drogenabhängigen Familie in Hamburg, sicherstellen, dass ähnliche Vorfälle mit katastrophalem Ausgang im Landkreis Aurich durch eine bessere Auswahl und Kontrolle von Pflegefamilien ausgeschlossen werden.
Dabei gibt es zur Zeit keinen konkreten Grund für die Annahme, dass Kinder durch die Unterbringung bei ungeeigneten Pflegeeltern gefährdet sind, aber dann käme eine Änderung der Verfahren ja ohnehin schon zu spät. Die CDU will die jetzigen Pflegeeltern dabei auf keinen Fall verunsichern oder gar verunglimpfen. Im Gegenteil: Die CDU ist sehr dankbar für alle Eltern, die ein fremdes Kind, in der Regel ein schwieriges Kind, zur Pflege in ihre Familie aufnehmen. Sie hält es auch keineswegs für ehrenrührig oder gar verwerflich, wenn diese Eltern für die äußerst schwere Aufgabe entsprechend angemessen entschädigt werden. Sie wäre dankbar, wenn sich noch sehr viel mehr Eltern für diese schwere Aufgabe zur Verfügung stellen würden.
Die CDU weiß aber auch aus eigenen Gesprächen mit Pflegeeltern, die ihre Aufgaben sehr ernst nehmen und gewissenhaft erfüllen, dass diese keine Angst hätten vor unangemeldeten Besuchen. Nur Pflegeeltern, die etwas zu verbergen haben, könnten etwas gegen solche Besuche einzuwenden haben. Und solche Besuche können auch, wenn dafür das grundsätzliche Einvernehmen schon bei der Auswahl der Eltern hergestellt wird, auch das vom Landkreis betonte und sicher ausgesprochen wichtige Vertrauensverhältnis des Jugendamtes zu den Pflegeeltern nicht belasten.
Für völlig unangebracht hält es die CDU, wenn der zuständige Dezernent diese Themen zum Anlass nimmt, weiteres Personal einzufordern, denn beide haben mit der Anzahl des Personals absolut nichts zu tun, weder die Prüfung nach der Drogenabhängigkeit potentieller Pflegeeltern noch die Durchführung unangemeldeter, statt angekündigter Besuche erfordern zusätzliche Mitarbeiter.
Die CDU fordert den Landkreis Aurich auf, ab sofort und ohne Einschränkung bei der Auswahl der Pflegeeltern sicherzustellen, dass diese nie etwas mit Drogen zu tun gehabt haben, und
ohne Ausnahme bestimmter Eltern regelmäßig unangemeldete Besuche bei allen Pflegefamilien durchzuführen, selbstverständlich nach vorbereitenden Gesprächen mit allen Pflegeeltern.
Sie erwartet die entsprechende eindeutige Bestätigung durch den zuständigen Dezernenten beim Landkreis. Ansonsten wird sie zum kommenden Kreistag den entsprechenden Antrag zum weiteren Verfahren stellen.
 
Hilko Gerdes, 27.04.2012