Wirtschaft


Die wirtschaftliche Situation

Die wirtschaftliche Situation im Landkreis Aurich wie im übrigen Ostfriesland ist alles andere als zufriedenstellend. Eine wesentliche Besserung ist nach wie vor nicht in Sicht. Im Gegenteil: Bei der allgemeinen Entwicklung der EG - in der Vergangenheit und in Zukunft - sieht Ostfriesland im Vergleich zu den noch schwächeren Regionen, beispielsweise in Griechenland, Portugal und den Ländern im Osten relativ besser aus. Folgerichtig werden wir in Zukunft immer weniger Fördermittel bekommen. Dazu entwickeln sich neue starke Wirtschaftsbänder von Paris, Brüssel über das Ruhrgebiet nach Hannover, Hamburg, Berlin und weiter nach Osten und nach Skandinavien - alles weit an uns vorbei.

Um nicht noch weiter abgehängt zu werden, ist der jetzt realisierte Lückenschluss der A 31 für uns als gravierende strukturpolitische Maßnahme unverzichtbar und bringt jetzt große Vorteile für unsere Region. Ohne den bedingungslosen Einsatz der Landkreise im Emsland und der Privatwirtschaft hätten wir dieses Ergebnis noch lange nicht erreicht., da die SPD in Ostfriesland sich lange sehr schwer getan hat, die Bedeutung dieses Projektes und die Notwendigkeit eines finanziellen Engagements anzuerkennen. Dass man erst säen muss, um anschließend ernten zu können, ist eine Grundregel, die auch in diesem Fall von der SPD und von den Grünen, wenn überhaupt, nur widerstrebend akzeptiert worden ist.

Der Erschließung Ostfrieslands durch die A 3l muss jetzt als zweiter Schritt unbedingt der Autobahnanschluss Aurichs über Riepe folgen Deswegen sind nicht nachvollziehbar die politischen Widerstände gegen diesen unverzichtbaren Straßenausbau. Dabei ist natürlich sicherzustellen, dass Beeinträchtigungen und Benachteiligungen privater Grundstückseigentümer möglichst vermieden oder gering gehalten, im schlimmsten Fall ausreichend entschädigt werden müssen.

Die Wirtschaftsunternehmen im mittelostfriesischen Raum brauchen unbedingt gute Verkehrswege. Gesunde Verkehrsadern bilden die Voraussetzung für eine positive Entwicklung aller Wirtschaftszweige.

Der Raum Hannover war schon immer wirtschaftlich stärker als Ostfriesland und hat auch in der Politik der bisherigen Landesregierungen stets einen höheren Stellenwert gehabt. Durch die Expo hat dieser Raum noch einmal eine zusätzliche nachhaltige Stärkung erfahren. Wir alle müssen gemeinsam sehr starke Anstrengungen unternehmen, um zu verhindern, dass sich diese einseitige Entwicklung zu unseren Lasten fortsetzt. Ostfriesland ist nicht nur Landwirtschaft, sondern muss sich auch als Industriestandort weiterentwickeln können.

Wir setzen weiter auf unsere CDU-Landesregierung, dass sie ihrer strukturpolitischen Verantwortung gerecht wird und auch dafür Sorge trägt, dass sich die Verkehrssituation auf der Straße und auf der Schiene für uns verbessert.. Streckenstilllegungen von und nach Ostfriesland erhöhen noch einmal unsere Verkehrsferne zu den wirtschaftlich starken Regionen und dem Hinderland für unseren Fremdenverkehr. Wir gehen davon aus, dass die Landesregierung es mit ihrem Bekenntnis zu den schwächeren Regionen ernst meint und auch Ostfriesland weiter fördern wird. Die Holländer haben erfolgreich Strukturpolitik für die wirtschaftlich schwächeren Regionen ihres Landes betrieben, indem sie Behörden in die Randregionen verlegt haben, vielleicht ist das auch eine Möglichkeit für Ostfriesland.

Aber natürlich müssen wir im Landkreis Aurich und in ganz Ostfriesland zunächst auch selbst alles das tun, was wir aus eigener Kraft nur irgendwie tun können. Leider kann man es nur als Trauerspiel bezeichnen, dass wir es in Ostfriesland offensichtlich immer noch nicht schaffen, den Fremdenverkehr als unseren auch in Zukunft wohl wichtigsten Wirtschaftszweig gemeinsam und damit wesentlich effektiver zu organisieren als bisher. Die Gründung der gemeinsamen Touristik-Gesellschaft für Ostfriesland alleine bringt es nicht, sie muss viel mehr mit Leben erfüllt werden. Auch der Landkreis Aurich tut sich diesbezüglich immer noch schwer. Obwohl (leider) die meisten Gemeinden und Landkreise in unserer Region von eindeutigen SPD-Mehrheiten geführt werden, erreichen sie immer noch nicht die notwendige Gemeinsamkeit bei der Vermarktung der Region Ostfriesland. Der Radwegebau ist zwar für den Fremdenverkehr auch sehr wichtig, aber damit alleine schaffen wir die Lösung ganz sicher nicht. Vielmehr brauchen wir zusätzliche attraktive Freizeiteinrichtungen für unsere Urlauber, nicht nur, um sie dafür zu entschädigen, dass wir nicht immer nur Sonne bieten können. Die neuen Freizeiteinrichtungen in Norddeich und in Bensersiel sind sehr gute Ansätze, um die Attraktivität unserer Region zu stärken.

Ostfriesland hat im Fremdenverkehr grundsätzlich einen guten Namen und sehr gute Chancen; wir müssen nur viel mehr aus unseren Möglichkeiten machen, wenn wir nachhaltig Erfolg haben wollen.